Harzer Roller (-fahrer)

Dieser Sommer war ein gigantischer! Super Wetter über Wochen und auch im so oft verregneten Harz erwarteten uns prächtige Temperaturen, wolkenfreier Himmel und laue Hochsommerabende.
 

Wer einen Tag früher anreiste (das waren fast alle) konnte mit uns noch eine zünftige Dampflokfahrt auf den Brocken unternehmen. Keine 200 Meter von unserem gemütlichen Hotel entfernt nahm uns der Triebwagen am Bahnhof Benneckenstein auf, um uns nach Drei Annen Hohne zu bringen, wo wir umstiegen, um mit der Dampflok weiter auf den 1141 Meter hohen Brocken zu fahren. Die meiste Zeit des Jahres ist der Berg in Wolken gehüllt, eine Fernsicht nicht möglich. Wir hatten Glück und konnten einen tollen, endlose Kilometer weiten Ausblick über den Harz und die angrenzende Tiefebene genießen. Mal ein Tag ohne Roller ist auch nicht soooooo schlecht.

 

Dann aber ging's los. Unsere erste Tour über rund 250 Kilometer Länge führte uns in den nördlichen Teil des Harzes in die Bergbauzentren  St. Andreasberg und Clausthal-Zellerfeld. Der Besuch des Harzer-Roller-Museums lohnt, wenn man genügend Zeit mitbringt. Wir aber genossen lieber einen Kaffee in einem schnuckeligen Harzer Naturkundemuseum und schwangen uns stattdessen durch zahlreiche Kurven auf  herrlich griffigem Ashalt über die Bergbaustadt vorbeiu an vielen Talsperren nach Goslar. Nach einer ausgiebigen Kaffeepause in der malerischen Altstadt durchquerten wir den Nationalpark Harz am Fuße des Brockens und fanden über Elend und Sorge (so heißen die Ortschaften) zurück nach Benneckenstein.

 

Tour 2: Zunächst kehrten wir dem Harz für kurze Zeit den Rücken. Warum denn das? Heute war der Kyffhäuser angesagt. Vorbei an der Talsperre Kelbra hat das rund 450 Meter hohe Mittelgebirge , im Süden an den Harz angrenzend, eine ganz besondere Attraktion: Das das Kyffhäuserdenkmal zu Ehren  Kaiser Wilhelm I. Nach einer ausgiebigen Mittagspause, der ein oder andere von uns musste sich stärken, weil er die unzähligen Treppenstufen hinauf zum Denkmal stieg, ging es zurück in den Südharz. Viel Landschaft, kleinste, bucklige Straßen, kaum bis kein Verkehr von Schloss Rammelburg über Königerode bis nach Stolberg. In der bezaubernden Kleinstadt mit reichlich Fachwerkromantik im Renaissancestil schmeckten Kaffee, Kuchen und Eis besonders gut. Die letzten 40-50 Kilometer sind wir dann auf einer A....backe zurück ins Hotel gerollt.

 

Klar doch! Noch ein Tourtag. Für die Anreise und den Besuch der Altstadt von Wernigerode umrundeten wir "kurz" im Uhrzeigersinn den Brocken quer durch den Nationalpark Harz. Von Wernigerode dann weiter hinauf nach Elbingerrode, wieder hinunter nach Heimburg, rüber nach Blankenburg und wieder hinauf zu den Tropfsteinhöhlen Rübeland. Eine Achterbahnfahrt mit endlosen Höhenmetern.  Leider vermasselte uns eine Streckensperrung (Baustelle) die Weiterfahrt zur Rappbodetalsperre. Die anschließende Fahrt durchs tief eingewschnittene Bodetal konnten wir über einige Umwege dennoch genießen. Sicherlich das Highlight diesesourtages. Kurz drauf waren wir auch schon auf dem Hexentanzplatz. Hier sollte man zumindest mal gewesen sein, wenn man den Harz bereist. Doch die Touristenströme hier oben sind nicht jedermanns Geschmack. Auch wir waren schnell wieder weg, um lieber der urwüchsigen Altstadt  von Quedlinburg mit seinen engen Gassen einen Besuch abzustatten. Danach wurde es wieder einsam, sehr einsam. Kleinste Straßen folgten auf kleinste Straßen. Es ging ab jetzt  nur noch rauf und runter. Aber der Belag blieb gut und griffig. Solte es bei dieser Tour wirklich keine Schotterstrecke geben? Nein! So kamen nach einem langen, erlebnisreichen Tag alle zufrieden und gut gelaunt nach Benneckenstein zurück.

 

Ob es im nächsten Sommer auch wieder so prächtiges Wetter im Harz hat, wenn wir kommen? Diese Region mit ihren Sehenswürdigkeiten, den romantischen Altstädtchen ringsum und den  tollen Straßen querdurch hat es verdient.