Rollerfahren im Dreiländereck

Das Wetter hat es zunächst einmal gar nicht gut gemeint mit den 15 Motorrollerfahrern und Fahrerinnen, die sich im Hotel Waldfrieden in Spiegelau Anfang September trafen, um gemeinsam im Bayerischen Wald und Böhmerwald auf Tour zu gehen. Dabei hatte Franz, unser Wirt, alles Erdenkliche getan, um uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Das Essen war perferkt, die Zimmer groß, sauber und gemütlich eingerichtet, und es hatte im Haus auch noch einen Pool, eine Sauna und einen Whirlpool.
Trotz des Regens am ersten Tag behielten alle die gute Laune. Jeder genoß vormittags die Führung durch die Gläserne Scheune bei Viechtach, kämpfte sich gegen Mittag durch den dichten Nebel am Großen Arber und sog am Nachmittag in Tschechien Natur pur im Nationalpark Sumava auf.
Tags drauf waren zwar noch die Straßen nass, doch immerhin blieb das Wasser von oben aus. Die Zeit im Museumsdorf Bayerischer Wald war viel zu kurz, um sich alles anschauen zu können, aber, da waren sich alle einig, auf jeden Fall einen Besuch wert. Anschließend gings weiter zur Veste Oberhaus mit einem herrlichen Blick auf Passau. Nun rüber nach Österreich entlang der Donau mit seinen interessanten Raddampfern und ab Obermühl durchs Mühlviertel wieder zurück Richtung Heimat, kurz zu Franz.
Traumwetter am dritten Tourtag und genau das Richtige für den südlichen Sumava.  Den Abstecher nach Krumau an der Moldau, jene historische Altstadt mit einem gigantischen Schloss, wird wohl keiner vergessen. Nach Venedig liegt der Ort, durch den sich verträumt die Moldau schlängelt, auf Platz zwei der schützenswerten Gesamtdenkmäler in Europa. Am Nachmittag überquerten wir mit der Fähre den Lipnostausee. Unsere Roller passten exakt auf den stählernen Ponton. Dazu noch ein paar Fahrradfahrer. Mehr PLatz war nicht. Über die Höhen des  nördlichen Mühlviertels genossen wir eine herrliche Fernsicht Richtung Bayerischer Wald, der uns kurz drauf wieder hatte.
Gut 700 Kilometer legte die Gruppe in drei Tagen zurück. Keine fünf Ampeln trafen wir auf der Strecke an und der Verkehr auf den meist kleinsten Nebenstraßen, die wir befuhren, war so gering, dass wir nicht selten erschraken, wenn uns doch einmal ein Fahrzeug entgegen kam.

 

Einen ausführlichen Reisebericht zu dieser Tour ist nachzulesen in der Fachzeitschrift "Motoretta", Ausgabe 140.